Jodid

Deutschland ist eines der jodärmsten Länder der Erde. Nach der letzten Eiszeit wurde, bedingt durch den Rückzug der Gletscher, der größte Teil des Jods aus dem Erdreich ausgewaschen. Auf diesem Boden angebaute Nahrungsmittel weisen nur sehr geringe Jodkonzentrationen auf.

Jod ist ein essentielles Mineral. Es muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tyroxin) werden gebildet, indem an die Aminosäure Tyrosin Jod angelagert wird. T3 ist weit wirksamer als T4. Seine Wirkung entfaltet T3 nach der Aufnahme in die Zielzellen durch Bindung an Rezeptoren des Zellkerns. T3 ist in der Lage, in fundamentale Stoffwechselprozesse einzugreifen und wirkt aktivierend. Es fördert die Wärmeentwicklung, erhöht den Sauerstoffverbrauch, beschleunigt die Kohlenhydrataufnahme, aktiviert die Freisetzung der Fettbestände, fördert den Cholesterinumsatz sowie die Proteinbiosynthese. Es reguliert den Wasserhaushalt und den Knochenstoffwechsel und ist unentbehrlich für Reifungsprozesse des Skeletts und die Gehirnentwicklung.

Die Bestimmung von freiem Jodid im Urin ist ein wertvolles Werkzeug bei Untersuchungen zur Jodversorgung, besonders im Hinblick auf die Diagnose eines Jodmangels und die Kontrolle einer Kropfbildung. Da es sehr schwierig ist die Jodaufnahme direkt zu messen hat sich die Bestimmung von Jodid im Urin als Index der Jodaufnahme durchgesetzt. Die fäkale Ausscheidung von Jod ist vernachlässigbar.

Technische Daten

Probe Urin
Probenvolumen 2 ml
Detektor Elektrochemisch, Ag-Arbeitselektrode
Methode isokratisch
Bestimmungen 100

Bestellinformationen

IC3100 Testkit
IC3100ko Kontrollen (2 Level je 3 ml lyophilisiert)
IC3100rp HPLC Trennsäule

Prinzip der Methode

Zur Bestimmung des freien Jodids wird die Probe zunächst mittels einer Festphasenextraktion gereinigt. Das Eluat wird zentrifugiert und in die HPLC injiziert.

Die isokratische Trennung erfolgt auf einer „reversed phase“ Säule bei 30 °C und benötigt ca. 10 Minuten für einen Lauf. Die Aufnahme der Chromatogramme wird mit einem elektrochemischen Detektor durchgeführt. Die Quantifizierung erfolgt anhand des mitgelieferten Standards und die Berechnung der Ergebnisse wird über die „externe Standard-Methode“ anhand der Integration der Peakflächen bzw. Peakhöhen durchgeführt.